Stoßstange oder Stoßfänger: was hinter der Verkleidung sitzt
Was im Alltag Stoßstange heißt, nennen Hersteller und Gutachter Stoßfänger, und sichtbar ist davon nur die Verkleidung aus Kunststoff. Dahinter liegt ein Pralldämpfer aus Schaumstoff oder Kunststoffwaben, der leichte Stöße abfängt. Noch weiter innen sitzt der Querträger aus Stahl oder Aluminium, bei den meisten neueren Autos über Crashboxen mit den Längsträgern verschraubt. Seitlich hängt die Verkleidung in Führungsschienen an den Kotflügeln, unten in Clips am Unterboden.
Von außen verrät die Verkleidung wenig. Kunststoff, der sich nach einem Rempler zurückgebogen hat, kann einen gestauchten Pralldämpfer verdecken, der beim nächsten Stoß nichts mehr abfängt. Geht der Schaden über eine Lackausbesserung hinaus, bauen wir die Verkleidung deshalb ab, bevor wir einen Preis nennen. Ein gebrochener Halter ist schnell ersetzt, ein verbogener Querträger mit Crashbox ist eine andere Reparatur.
Riss, Loch, ausgerissene Lasche: wann Kunststoffschweißen reicht
Die meisten Stoßfänger bestehen aus einem schweißbaren Thermoplast, häufig Polypropylen mit EPDM-Anteil. Welcher Kunststoff verbaut ist, steht als Kürzel auf der Innenseite, zum Beispiel >PP+EPDM<. Zum Schweißen wird der Riss von innen keilförmig ausgefräst, mit Schweißdraht aus demselben Kunststoff gefüllt und mit eingeschmolzenen Klammern aus Edelstahl verstärkt. Außen folgen Schleifen, Spachteln und Lack.
Manche Verkleidungen sind aus Polyurethan oder glasfaserverstärktem Kunststoff. Diese Duroplaste schmelzen nicht, sie werden mit Zweikomponentenkleber und Gewebe instand gesetzt. Ist nur eine Befestigungslasche ausgerissen, gibt es Reparaturlaschen, die eingeschweißt oder eingeklebt werden. Die Grenze ist in beiden Fällen dieselbe: Ist der Kunststoff großflächig zerbrochen oder an mehreren Befestigungspunkten ausgerissen, hält ein Neuteil besser und kostet am Ende weniger Arbeit.
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Stoßstange hängt: Führungen, Clips und Halter
Steht die Stoßstange nach einem Bordstein oder einer Schneewehe unten ab oder ist sie seitlich aus dem Spalt am Kotflügel gerutscht, fehlt ihr meist nur der Halt. Die Führungsschienen an den Kotflügeln sind aus dünnem Kunststoff und brechen zuerst, unten reißen Clips und Schrauben aus der Verkleidung des Unterbodens. Diese Kleinteile sind günstig. Die Arbeit liegt im Abbauen und darin, die Spaltmaße danach sauber einzustellen.
Kabelbinder oder Klebeband bringen dich bis in die Werkstatt, auf Dauer halten sie nicht. Eine lose Verkleidung flattert bei höherem Tempo, kann abreißen und das Auto hinter dir treffen, und bei der Hauptuntersuchung sind lose Karosserieteile ein Mangel. Ist die Verkleidung beim Heraushängen am Rand eingerissen, klären wir, ob sich die Stelle mit einer Reparaturlasche retten lässt.
Parksensoren und Radar: was nach der Reparatur geprüft wird
In vielen Stoßfängern stecken Ultraschallsensoren für die Einparkhilfe, dahinter oder hinter dem Markenemblem sitzt bei neueren Autos ein Radarsensor für Abstandsregler und Notbremsassistent. Die Parksensoren werden in Wagenfarbe mitlackiert. Liegt zu viel Lack auf ihnen, piepen sie ohne Hindernis oder melden ein echtes zu spät. Die Hersteller schreiben deshalb eine höchste Schichtdicke vor, und nach dem Anbau testen wir die Einparkhilfe am Fahrzeug.
Für den Radar gelten strengere Regeln. Viele Hersteller verbieten Spachtel und Reparaturen im Bereich vor dem Sensor oder begrenzen dort die Lackdicke. Wurde der Halter des Sensors verbogen oder der Sensor verschoben, muss er nach der Reparatur kalibriert werden. Ein schief blickender Radar ordnet das vorausfahrende Auto der falschen Spur zu, und der Abstandsregler bremst für ein Auto auf der Nebenspur oder reagiert auf das eigene Vorderauto zu spät.
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